Corona-Maßnahmen: persönliche Kontakte weiter einschränken


Die Bundesregierung hat am Mittwoch, 28. Oktober, zusammen mit den Regierungschefs der Bundesländer weitere Maßnahmen beschlossen, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Danach sollen alle „Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen“, abgesagt werden. Die formale Ausgestaltung dieser Regeln in Form von Verordnungen, die die Umsetzung klären, wird voraussichtlich am Wochenende durch die Landesregierung erfolgen.
 
Die Stadtverwaltung hat bereits die Verantwortlichen in den Kindertageseinrichtungen, den Schulen und den Vereinen sowie die weiteren Ansprechpartner über die Folgen der neuen Coronaregeln informiert. „Ich bedaure die Einschränkungen, die viele bis ins Mark treffen werden. Doch ohne die Reduzierung der Kontakte besteht die Gefahr einer Überlastung des Gesundheitssystems“, stellte Oberbürgermeisterin Gabriele Zull am Donnerstag, 29. Oktober, fest.
 
Die vom Bundeskabinett und den Ministerpräsidenten beschlossenen Regeln werden sich aller Voraussicht nach auf alle Teile des gesellschaftlichen Lebens auswirken. Grundsätzlich sollen die Bürger sich mit so wenig Menschen wie möglich treffen und alles unterlassen, was die Verbreitung des Virus fördern könnte. Konkret bedeute dies für Fellbach, dass alle Veranstaltungen ab Montag, 2. November, abgesagt werden, das Stadtmuseum und die Galerie bleiben geschlossen. „Ab Montag muss leider auch das F.3-Bad und die Kleinschwimmhalle in Schmiden bis auf weiteres geschlossen bleiben“, kommentierte Johannes Berner, Erster Bürgermeister Fellbachs. Neben dem Schwimmbad sind auch die Sportstätten betroffen. Laut den bisherigen Ankündigungen ist Sport bis Ende November nur noch zu zweit oder mit Mitgliedern eines Haushaltes erlaubt. „Wir sind mit den Vereinen im Gespräch, um hier möglichst zeitnah eine Abstimmung über das weitere Vorgehen zu erreichen“, erklärte Berner.
 
Mit den Stadien und Hallen werden auch die privaten Sporteinrichtungen – beispielsweise Fitnessstudios und Saunen – geschlossen. „Genaue Auskünfte hierzu können wir dazu erst nach Bekanntmachung der Landesverordnungen geben“, führte Ordnungsamtsleiter Peter Bigalk aus.
 
„Immerhin bleiben Schulen und Kindertageseinrichtungen zunächst weitestgehend offen“, so Bürgermeister Berner. Allerdings erwartet die Stadt auch hier erhebliche Einschränkungen. Zum einen werden die kurzzeitigen Schließungen der einzelnen Gruppen in den Kindergärten noch weiter zunehmen, ist Berner überzeugt. „Die gestiegenen Infektionszahlen lassen einen reibungslosen Betrieb hier leider nur noch in wenigen Fällen zu.“ Zum anderen ist Sport in den Schulen wahrscheinlich auch nicht mehr so wie bisher möglich, gibt der Schuldezernent zu bedenken. Auch bei den Seniorenbegegnungsstätten stehen die Zeichen wieder auf Stopp. „Für die Senioren, die zur Risikogruppe zählen, bedeuten die Regelungen einen deutlichen Einschnitt“, stellte Johannes Berner fest. Der Vorstand des Forum Fellbach e.V. hat sich bereits schweren Herzens auf eine vollständige Schließung der Seniorenbegegnungsstätten in Fellbach (TPM), Schmiden und Oeffingen im Monat November 2020 verständigt.
 
„Wir wollten die Eisbahn für die Familien und Kinder öffnen, damit sie einfach ein bisschen Spaß und Freude haben, wenn schon der Weihnachtsmarkt entfällt“, erläutert Oberbürgermeisterin Zull weiter. Jetzt müsse die Stadt die Eisbahn „einfrieren“. Noch soll die Bahn, die bereits weitgehend aufgebaut ist, nicht wieder rückgebaut werden. „Wir warten bis Mitte November, um hier eine bessere Einschätzung geben zu können“, so Melanie Mezger, die Leiterin des Städtischen Veranstaltungsmanagements. Sinken die Infektionszahlen wieder, so werde die Stadtverwaltung eine Öffnung der Eisbahn im Dezember prüfen und abwägen, ansonsten erfolge der Abbau.
 
„Besonders hart treffen die Maßnahmen die Gastronomie und die Kulturschaffenden“, ist Oberbürgermeisterin Zull überzeugt. Die Gastronomiebetriebe müssen ab Montag, 2. November, schließen und auf Liefer- und Außerhaus-Verkauf umstellen. Für die Kulturschaffenden heißt es dann wieder auf digitale Formate umzustellen, „dies kann die Existenz gefährden“, betont Gabriele Zull. Die von der Bundesregierung versprochenen Kompensationszahlungen – bis zu 75 Prozent des Verdienstes – könnten über eine Krise in diesem Bereich nur notdürftig hinweghelfen. „Ich hoffe, die Lieferangebote werden von möglichst vielen in Anspruch genommen. Wir können hier am besten helfen, wenn wir vor Ort kaufen und die Angebote nutzen“, so die OB. Über die Corona-Webseite der Stadt werden in den kommenden Tagen wieder alle Angebote online erreichbar sein.
 
Für die Stadtverwaltung selber haben die Maßnahmen auch Folgen. Der Publikumsverkehr wird wieder auf das dringend notwendige Maß heruntergefahren und für alle Anliegen sollten Termine vereinbart werden. „Die kommenden Wochen werden nicht einfach! Doch jeder, der bei einer Ansteckung eine gute medizinische Versorgung hat, wird froh darum sein“, ist OB Zull sicher. Die OB appelliert an alle, die Maskenpflicht und die Hygieneregeln einzuhalten, und schließt sich der Forderung an, die Testkapazitäten zu erhöhen. „Schnelle Klarheit über eine mögliche Infektion erhöht die Akzeptanz der Corona-Maßnahmen.“
 
In Fellbach waren am Donnerstag, 29. Oktober, 90 Infizierte und 473 enge Kontaktpersonen in Quarantäne.