Steigende Coronazahlen fordern Flexibilität


54 Personen befinden sich derzeit in Fellbach in Quarantäne. Insgesamt zählt die Kappelbergstadt 287 Infizierte (Stand: Montag, 12. Oktober, 12 Uhr). In der vergangenen Woche war erstmalig eine Corona-Ansteckung in einer Anschlussunterkunft für Geflüchtete gemeldet worden. Am Freitag erfolgt in der Unterkunft auf dem Alten Freibadgelände eine Reihentestung, nach den ersten Ergebnissen haben sich dort mehrere Menschen infiziert.

„Die Zahl der Infizierten nimmt leider deutlich zu“, wie Oberbürgermeisterin Gabriele Zull feststellte. Die ersten Ergebnisse der Testungen zeigen, dass die Unterkunft auf dem alten Freibadgelände besonders betroffen ist. Bereits jetzt steht fest, dass die steigenden Zahlen an Neuinfektionen über das Wochenende zum großen Teil hier ihren Schwerpunkt haben. Auch zwei weitere Unterkünfte im Stadtgebiet sind von diesem Vorfall betroffen. „Hier sind bisher zwei Einzelansteckungen nachgewiesen, doch wir werden am Dienstag auch hier eine Reihen-testung durchführen“, schilderte Ordnungsamtsleiter Peter Bigalk das weitere Vorgehen. Die Verantwortlichen gehen daher von einem weiteren Anwachsen der Infektionszahlen aus.

Parallel dazu wirken sich vereinzelte Coronafälle in den Schulen und Kindertageseinrichtungen aus. „Hier wird Schulen und Eltern viel abverlangt“, erklärte Gabriele Zull. Zum einen seien Schüler, Lehrer oder Erzieherinnen direkt betroffen, doch noch häufiger sind die Infektionen im Familienkreis. „Das Ergebnis ist allerdings das gleiche. Zunächst muss abgewartet werden, ob die betroffene pädagogische Fachkraft, der Schüler oder das Kindergartenkind sich ange-steckt hat. Solange heißt es für die Kontaktpersonen – also für die unmittelbar betroffenen Mitschüler und Gruppenkinder – zunächst, zuhause zu bleiben“, führte Peter Bigalk aus. Der Ordnungsamtsleiter verwies auch darauf, dass nicht alle Lehrer oder Erziehrinnen hier in Fellbach wohnen und zunächst die Gesundheitsämter die Infektionen melden müssen. Grundsätzlich sind momentan alle Fellbacher Schulen sowie einige Kindertagesstätten von den Folgen der Pandemie getroffen. „Dabei reichen die Folgen von ganzen Klassenstufen, die nicht mehr in den Präsenzunterricht können bis zu einer vorübergehenden Aussetzung für ein oder zwei Tage“, sagte Stephan Gugeller-Schmieg, Leiter des zuständigen Fachamtes. „Hier ist natürlich viel Flexibilität und Einfallsreichtum von allen gefordert“, bedauerte OB Zull die Situation.
„Wir appellieren an alle Bürger, sich an die sogenannten AHA-Regeln zu halten und sich auch bei privaten Feiern die Regeln zu Herzen zu nehmen“, betonte die Oberbürgermeisterin. Abstandhalten, Hygieneregeln beachten und Alltagsmasken tragen, seien neben der Vermeidung von größeren Menschenansammlungen die wirksamsten Maßnahmen. Die Stadt sei im engen Austausch mit dem Landkreis, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Das gute Zusammen-spiel zwischen dem Landkreis und der Stadt sei beispielsweise bei der schnellen Testung in den Unterkünften oder auch bei der Unterstützung in der Kontaktverfolgung zu sehen. „Hier arbeiten wir Hand in Hand“, so die OB. So war neben dem Testmobil des Landkreises auch eine Hausarztpraxis/ Corona-Schwerpunktpraxis aus Fellbach an der Reihentestung beteiligt.
„Wir haben sehr schnell reagiert, die Betroffenen isoliert und schnelle Tests organisiert“, kommentierte Gabriele Zull das Vorgehen. Die Zahlen seien in erster Linie auf die Ansteckung in einem Bereich zurückzuführen und „die Kontaktwege nachzuverfolgen.“