Reduzierter Regelbetrieb der Kindertagesstätten


Die Kindertagesstätten sollen wieder mehr Kinder aufnehmen können, und das bei weiter bestehenden Hygieneregeln. „Das stellt uns vor große Herausforderungen, zumal die hierfür geltenden Vorgaben der Landesregierung sehr kurzfristig kamen und leider nicht den unterschiedlichen Verhältnissen vor Ort gerecht werden“, stellt der zuständige Fellbacher Amtsleiter Stephan Gugeller-Schmieg fest. Ab 25. Mai soll der reduzierte Regelbetrieb in Fellbach umgesetzt werden, allerdings bleibt dem Amt für Bildung, Jugend, Familie und Sport nur wenig Spielraum, da die Richtlinien weiterhin eine vorrangige Betreuung derjenigen Kinder vorsieht, deren Eltern in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten. In einem Brief informierte das Amt die Eltern am Dienstag, 19. Mai, über das weitere Verfahren.
 
„Die Telefonate sind emotional, die Reaktionen vieler Eltern verständlich und die Situation insgesamt unbefriedigend“, so das Fazit von Stephan Gugeller-Schmieg, der in den vergangenen Tagen zusammen mit seinem Team hunderte von Anrufen beantwortete. Gerne würde der Amtsleiter wieder mehr Betreuung anbieten, „um den Kindern etwas Normalität zu geben und die Eltern zu entlasten.“ Die Vorgaben des Ministeriums widersprechen diesem Vorhaben allerdings. Da weiterhin alle Hygiene- und Abstandsregeln gelten, benötigen die Einrichtung ungleich mehr Fachkräfte und Räume als im Regelbetrieb – und weder Fachkräfte noch geeignete Räume lassen sich kurzfristig vermehren.
 
Die Regeln leiten sich weiterhin vom Infektionsschutz ab: „Wir müssen feste Gruppen aufbauen, die keinen Wechsel der Kinder zulassen. Außerdem – wenn möglich – einen Schichtbetrieb einrichten“, beschreibt der Sozialpädagoge die Intention der Verordnung. Doch für dieses Vorgehen ist die tatsächliche Anzahl an pädagogischen Fachkräften nicht ausreichend; in vielen Einrichtungen fehlen auch die notwendigen räumlichen Voraussetzungen.
 
Mit dem jetzt vorliegenden Konzept des Amtes, das den Eltern in einem Brief vorgestellt wurde, haben weiterhin die Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen Vorrang. „Die Notbetreuungs-Richtlinien des Landes gelten weiter“, führt Gugeller-Schmieg dazu aus. Daneben können Kinder, deren Wohl bei einer längeren Abwesenheit gefährdet wäre oder die einen erhöhten Förderbedarf haben, in die Betreuung einbezogen werden. In einem neuen reduzierten Regelbetrieb sollen dann ab 25. Mai ergänzend Vorschulkinder stunden-, tage- oder wochenweise ihre Einrichtungen wieder besuchen können. Nach Rücksprache mit den freien Trägern entscheidet jede Einrichtung nach ihren räumlichen und personellen Gegebenheiten, wie sie diesen Betrieb umsetzt. Die Eltern werden für diese Art der Betreuung direkt von der jeweiligen Einrichtung informiert.
 
„Fellbach hat bisher eine sehr gut funktionierende Notbetreuung aufgebaut, die dank dem gegenseitigen Vertrauen und dem hohen Engagement der Erzieherinnen und der Eltern erfolgreich arbeiten konnte und kann“, erklärt Oberbürgermeisterin Gabriele Zull zu dem bisherigen Vorgehen. Bis zu 450 Kinder wurden in den vergangenen Wochen schon in den rund 40 Gruppen in Kindertageseinrichtungen und Schulen betreut. „Wir haben – trotz der Einschränkung – hier vieles möglich gemacht“, ist die OB überzeugt. Ziel sei, allen Kindern bis zur Sommerpause wieder den Besuch in den Kindergärten zu ermöglichen. „Allerdings nicht im Regelbetrieb, sondern abschnittsweise und rollierend, aber mit Planungssicherheit“, wie Stephan Gugeller-Schmieg ausführt.