Unentbehrlich


„Die Mitglieder zeigen sich vielfach solidarisch und unterstützen ihre Vereine“, dieses positive Fazit zogen Oberbürgermeisterin Gabriele Zull und Johannes Berner, Erster Bürgermeister. In der Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 6. Mai, schlugen sie dem Gremium vor, ein Förderprogramm aufzulegen, mit dem die Corona-Folgen abgemildert werden sollen. Einstimmig befürworteten die Stadträte das Vorhaben.
 
Seit Mitte März fand Vereinsleben – falls überhaupt – nur noch über digitale Kanäle statt. Proben, Trainingseinheiten oder Feste waren auf Grund der Corona-Schutzmaßnahmen nicht mehr erlaubt. Viele Aktivitäten, die einen Verein wirklich ausmachen und das Miteinander bestimmen, mussten abgesagt werden. Die Folge: Viele Vereine verloren Zusatzeinnahmen und manche Mitglieder verließen ihre Vereine – auch um Geld zu sparen. „Die finanziellen Auswirkungen sind noch nicht wirklich abzusehen“, stellte Johannes Berner während der Sitzung im Gemeinderat fest. Trotzdem hätten die Vereine Erstaunliches in Bewegung gesetzt und sich sehr kreativ gezeigt. Die vielen Videos mit Anleitungen zum Sport oder auch die Beteiligung an den kleinen Platzkonzerten des Kulturamtes vor den Senioreneinrichtungen zeigten „das tolle Engagement“ und den Willen zu helfen, lobte Oberbürgermeisterin Zull.
 
In einer Ende April durchgeführten kurzen Umfrage der Stadtverwaltung hatte sich gezeigt, dass die Vereine auf die Treue ihrer Mitglieder zählen können. Bisher halten sich die Austritte in Grenzen. Schwieriger zu verkraften seien der Ausfall von Kursgebühren oder die Absage von Veranstaltungen. Viele bessern die Vereinskasse mit traditionellen Hocketsen oder auch größeren Festen auf. Diese Zusatzeinnahmen entfallen dieses Jahr. Als „außerordentlich begrüßenswert“ bezeichnete daher SPD-Fraktionsvorsitzende Sibylle Mack die Initiative der Stadt, ein Förderprogramm für die Vereine aufzulegen. Es setze ein deutliches Signal der Wertschätzung, so die übereinstimmende Meinung der Stadträte. CDU-Fraktionsvorsitzende Simone Lebherz erwartet von den größeren und finanziell besser ausgestatteten Vereinen zwar „Zurückhaltung“ bei den Anträgen für die finanzielle Unterstützung. Sie lobte aber den Mut, mit dem die Verantwortlichen der Krise trotzen und zahlreiche innovative Ideen umsetzten.
 
Eine Welle der Solidarität macht auch der Vorsitzende der FW/FD-Fraktion, Ulrich Lenk, in den Vereinen aus. Dabei seien die Vereine sehr unterschiedlich von der Krise betroffen. Stadtrat Karl Würz, Grüne, bedankte sich bei allen Ehrenamtlichen und der Stadt für ihren Einsatz während der Pandemie und stimmte wie alle anderen Stadträte für die Ausarbeitung eines Förderprogramms. Auch wenn die finanzielle Unterstützung sich für den einzelnen Verein eher „im symbolischen Rahmen“ bewegen werde, rechnet die Stadt mit einem Gesamtvolumen im mittleren fünfstelligen Bereich. Die Beträge sollen sich an der Zahl der Mitglieder orientieren. Es ist an eine einmalige Auszahlung von 500, 1000 oder 1500 Euro - je nach Vereinsgröße - gedacht. Gefördert werden Vereine, die unter die Vereinsförderrichtlinien der Stadt fallen. Die detaillierten Modalitäten werden zeitnah entwickelt. Die Beantragung und Auszahlung soll „schlank und unbürokratisch“ erfolgen, versprechen die Verantwortlichen.